Ich bin grundsätzlich sehr zufrieden mit meinem Bambu Lab A1. Der Drucker ist zuverlässig, einfach zu bedienen und liefert mit den Standardprofilen in der Regel sehr gute Ergebnisse. Gerade diese Kombination aus Bedienerfreundlichkeit, Verlässlichkeit und gut abgestimmten Filamentprofilen war für mich bisher ein starkes Argument für Bambu Lab. Eigentlich hatte ich deshalb auch geplant, weitere Drucker von Bambu Lab zu kaufen.
Diesen Gedanken habe ich nicht vollständig aufgegeben, allerdings zögere ich inzwischen. Zum einen wegen der aktuellen rechtlichen Diskussionen und der Rolle beziehungsweise Kommunikation von Bambu Lab in diesem Zusammenhang. Zum anderen aber auch wegen der Produktpolitik im Filamentbereich.
Besonders irritiert mich die Einstellung von PETG-HF. Dieses Filament habe ich sehr gerne genutzt, weil es sich nahezu PLA-ähnlich drucken ließ, mit dem Bambu-Standardprofil zuverlässig funktionierte, eine saubere und eher matte Oberfläche hatte und für viele PETG-Anwendungen völlig ausreichend war. Für mich war PETG-HF genau eines der Produkte, die das Bambu-System attraktiv gemacht haben: Filament laden, passendes Profil wählen, zuverlässig drucken.
Als mögliche Begründung für die Einstellung habe ich gelesen, dass PETG-HF angeblich zu feuchtigkeitsempfindlich gewesen sei. Diese Erklärung überzeugt mich nicht wirklich, denn PETG muss grundsätzlich trocken gelagert und verarbeitet werden. Das ist kein spezielles Problem von PETG-HF, sondern betrifft PETG allgemein.
Nun scheint PETG-HF durch ein neues PETG Basic ersetzt zu werden. Dieses Material mag in bestimmten Punkten verbessert worden sein, erscheint mir aber nicht als gleichwertiger Ersatz für meinen bisherigen Einsatzzweck. Wenn es langsamer zu drucken ist und eine glänzendere Oberfläche erzeugt, ersetzt es PETG-HF für mich nicht wirklich. Hinzu kommt, dass PETG Basic bereits einmal eingestellt wurde und nun offenbar neu aufgelegt wird. Das stärkt mein Vertrauen in die langfristige Verfügbarkeit von Bambu-Filamenten nicht.
Die Entscheidung führt bei mir dazu, dass ich mich nach Alternativen anderer Hersteller umsehe. Damit fällt allerdings auch ein wichtiges Komfortargument für Bambu Lab weg. Wenn ich ohnehin wieder Filamente anderer Marken testen, manuell kalibrieren und eigene Profile anlegen muss, unterscheidet sich der Arbeitsaufwand weniger stark von meinen Erfahrungen mit Nicht-Bambu-Druckern.
Gerade die Bequemlichkeit des Gesamtsystems war für mich bisher ein Hauptargument für Bambu Lab. Wenn aber gut funktionierende Materialien ohne für mich nachvollziehbare Erklärung eingestellt werden und kein klar gleichwertiger Nachfolger angeboten wird, reduziert das die Planbarkeit erheblich.
Ich würde mir daher von Bambu Lab eine transparentere Erklärung zur Einstellung von PETG-HF wünschen und vor allem einen echten Nachfolger, der die bisherigen Stärken dieses Materials beibehält: hohe Druckgeschwindigkeit, zuverlässige Verarbeitung mit Standardprofil, geringe Problemanfälligkeit und eine saubere, eher matte Oberfläche.
Unter diesen Umständen frage ich mich, worauf ich mich bei Bambu Lab künftig einstellen muss. Mein bisheriges Zögern beim Kauf weiterer Bambu-Drucker erscheint mir dadurch zunehmend berechtigt.
