Bridging / Brücken drucken

Ich beschäftige mich gerade mit dem Drucken von Brücken mit meinem P1S. Die Druckversuche mit 3cm, 4cm und 5cm Brücken waren wirklich gut, auch wenn es leichtes Stringing auf der Unterseite gibt (siehe Foto Nr.2)

Im Bambu Studio habe ich “Dicke Brücken” aktiviert und probiere mit der Brückenflussrate herum. Kann mir dabei bitte jemand helfen?
Wie findet man die ideale Flussrate für seine Brücken? Gilt umso niedriger der Wert umso besser?

Und 2. Frage: Gibt es ein Filament, dass zum Drucken von Brücken am besten geeignet ist? Aktuell habe ich nur PLA versucht, und möchte PETG noch testen.

Danke für eure Hilfe,
lg Chris



Wer eine Brücke drucken will, der braucht sehr viele Kühlung.
Alternativ Support oder PETG als Trennmittel für PLA.
Andersherum auch gut.
Ohne Support wird sie immer durchhängen.

Das beantwortet aber keine seiner beiden Fragen.

PETG ist weicher und hängt somit schneller durch. Du kannst exemplarisch die gleichen Testdrucke mit PETG durchführen und wirst einen klaren Bauch erkennen, eventuell bei 6 cm sogar schon fast bis zum Boden.

Ide ideale Flussrate für Brücken hängt auch vom Filament ab, denn eigentlich will man ja so schnell wie möglich die Brücke spannen. Muss der Extruder viel Filament durchdrücken, geht das möglicherweise zu Lasten der Geschwindigkeit.

Meine persönliche Erfahrung ist: 2cm Brücken klappen quasi immer, bis 3cm wird es gut, danach würde ich auch zu Support raten.

Ok. Hast du dafür einen Antwort da? :wink:

Eine Brücke ohne Bauch ist technisch fast unmöglich.

Brücke 6 cm ohne Support:
PLA HF nur möglich mit Superfan.
PETG nein
TPU nein
ABS nein
ASA nein
PMMA nein
PA nein
PC nein
PP nein
PEEK nein

Das ist meine Erfahrung.

Bei Harzdruck ohne Support auch nicht möglich.
Bei Sinterdruck auf Pulverbasis und Laser ist es möglich, da Pulverbasis quasi als Support dient.

Im wesentlichen sind es 3-4 Parameter mit denen man im Slicer rumspielen kann:

  • “Dicke Brücken” (ja/nein)
  • “Brücken Flussrate”
  • Geschwindigkeit “Überbrückung”
  • und ev. noch die Überhanggeschwindigkeit (aber soweit werde ich es vermutlich nicht treiben)

Falls jemand Erfahrung mit diesen Parametern und deren idealer Kombination gemacht hat, oder jetzt inspriert wurde damit rumzuspielen, dann gerne hier posten :slight_smile:

Es ist schon eine faszinierende Möglichkeit, bis zu einem gewissen Grad auf Support verzichten zu können! Außerdem sieht es einfach sensationell aus, wenn der Bambu einfach mal 5cm String in die Luft druckt!! Das sollte man echt mal gesehen und probiert haben!

lg Chris

Hi @SantaCHRIS

zu Frage 1: Dashier wird deine Suche auf systematische weise vollenden

Wie man die Brückenqualität in Bambu Studio verbessert | Bambu Lab Wiki

https ://wiki.bambulab.com/de/filament-acc/filament/print-quality/bridging

(da ich einen Link hier wohl nicht einfügen darf/kann, habe ich ein Leerzeichen eingefügt)

zu Frage 2: PLA wird vermutlich bessere Ergebnisse liefern als PETG. Es ist steifer

Mein persönlicher Kommentar zu PETG, da ich es aus technischen Gründen ausschließlich nutze:

  1. Schalte den Hilfslüfter, der seitlich auf die Bauplatte pustet bei PETG komplett aus. Sonst kämpfst du immer gegen verzogene Bauteile, während des Herstellungsprozess. Wenn zu große Plattenhaftung bei großflächigen Bauteilen erlebst, dann gib etwas vom billigsten Haarspray mit der höchsten Haltekraft auf eine Seite der Druckplatte, als Trennmittel. Die andere Seite hältst du sauber, trocken und fettfrei. Hier werden kleinflächige Bauteile weiterhin gut halten.
  2. Wenn du selber konstruierst, lerne so schnell wie möglich FDM druckoptimerte Bauteile. Die Welt wie wir sie kennen, hat die Formen wie wir sie kennen, weil sie auf bisherige Herstellungsverfahren wie Spritzguss optimiert wurde.

Unwichtige weitere philosophische Ausschweifung: Es ist ein bisschen wie das was wir erleben mit Verbrenner- und E-Autos. Neue technische Lösungen sind möglich, die bisher denkbar, aber nicht umsetzbar waren. Pfadabhängig wird dieses veraltete Wissen noch einige Zeit diesem Denken weiter im Weg stehen. Deswegen haben die E-Autos teilweise eine 12V Batterie für einige unumgängliche veraltete Elektronik.