Hey @ImU
Ganz im Gegenteil — solche Fragen sind hier ausdrücklich willkommen.
Ich freue mich über genau solche Nachfragen sogar, weil sie zeigen, dass das hier nicht einfach nur still im Hintergrund „durchläuft“, sondern dass sich Menschen wirklich dafür interessieren, wie das Ganze funktioniert und was aus ihren Designs am Ende tatsächlich wird.
Und genau das ist wichtig.
Die Zeit für Antworten muss hier bewusst mit eingeplant sein, weil sie ein Teil des Projekts ist — nicht etwas, das davon „Zeit wegnimmt“.
Fragen und Antworten gehören hier ganz bewusst dazu.
Sie machen sichtbar, was im Hintergrund sonst niemand sehen würde, sie erklären Abläufe, schaffen Verständnis und helfen dabei, das Ganze transparent zu halten.
Und genau das ist mir wichtig.
Was sich hier gerade bildet, ist nicht nur ein Projekt mit Druckern, sondern auch eine Community rund um dieses Projekt.
Und so etwas funktioniert nur, wenn man offen bleibt, Dinge erklärt und Fragen nicht als Störung sieht.
Gerade hier soll jeder fragen dürfen, was er wissen möchte.
Nicht alles wird immer sofort beantwortet, aber es wird beantwortet.
Denn am Ende ist genau das ein Teil dessen, was dieses Projekt tragen soll:
Transparenz, Nachvollziehbarkeit und ein offener Umgang damit, was hier entsteht, wie wir arbeiten und was am Ende aus den Designs tatsächlich wird.
Ihr gebt nicht einfach nur Modelle ab — ihr gebt einen Teil eurer Arbeit in dieses Projekt.
Und ich finde, man sollte auch sehen können, was damit passiert.
Von außen wirkt das Ganze oft deutlich kleiner, als es im Alltag tatsächlich ist — und genau das ist wahrscheinlich der Punkt, den man von außen am schwersten greifen kann.
Was man im Forum meist sieht, ist am Ende nur der sichtbare Teil.
Die Drucker sind dabei nur ein Baustein innerhalb eines deutlich größeren Ablaufs.
Die Modelle, die später in die Pieksekisten wandern, kommen nicht einfach „aus dem Drucker“.
Am Anfang steht erst einmal die Auswahl: über Forum, Website und die dafür angelegten Collections sehen wir, welche Designs überhaupt freigegeben sind und sinnvoll in Frage kommen.
Danach beginnt die eigentliche Produktionsplanung.
Im Einsatz sind aktuell drei P1S Combo Systeme. Jeder Drucker läuft dabei nicht als Einzelgerät für spontane Einzelteile, sondern als fester Produktionsslot mit eigener Farb- und Materiallogik.
Wir reißen nicht ständig neue Filamente auf, sondern arbeiten möglichst mit dem, was bereits sauber geladen ist.
Das heißt: wir schauen zuerst, welche Farben aktuell in den AMS-Systemen liegen, und planen dann passende Modelle gezielt um diese vorhandenen Farbsets herum.
Gedruckt wird also in der Regel nicht „ein Modell“, sondern immer eine Charge.
Je nach Größe, Farbe und Laufzeit werden mehrere gleiche oder passende Modelle gebündelt, vorbereitet und einem bestimmten Drucker zugewiesen.
Das hier ist ein gutes Beispiel: ein Modell aus dem Contest, das in dieser Variante fünfmal auf eine Platte passt.
Da in diesem Setup bereits Weiß, Braun und Schwarz geladen sind, wird nicht nur dieses Modell vorbereitet, sondern parallel geschaut, welche weiteren Designs sinnvoll in genau diese Farbgruppe passen. So entstehen daraus gleich mehrere vorbereitete Druckaufträge, die nacheinander abgearbeitet werden können.
Ein solcher Lauf dauert dann nicht „mal eben kurz“, sondern in diesem Fall rund 20 Stunden und 52 Minuten.
Der Drucker ist damit also praktisch einen kompletten Tag gebunden.
Diese Laufzeiten werden bewusst nicht nur technisch, sondern alltagstauglich geplant.
Die Drucke werden so getaktet, dass sie möglichst entweder morgens gegen 5:30 Uhr oder abends zwischen etwa 17 und 20 Uhr fertig werden — das sind die Zeitfenster, in denen wir sicher da sind, um Platten zu leeren, Drucke zu entnehmen und direkt weiterzuarbeiten.
Und genau da endet der eigentliche Druck nicht — dort beginnt erst der Teil, den man von außen fast nie sieht.
Denn „fertig gedruckt“ heißt noch lange nicht „fertig für die Kiste“.
Nach dem Druck folgen:
- Entnahme von der Platte
- Sichtprüfung
- grobe Qualitätskontrolle
- Support- und Stringing-Reste entfernen
- Beweglichkeit prüfen
- fehlerhafte Teile aussortieren
- gegebenenfalls Nacharbeit
Erst danach wandert ein Modell überhaupt in die Sammelcharge.
Zusätzlich folgt dann noch der Teil, der im Alltag fast genauso viel Zeit frisst wie der Druck selbst:
- Modelle aufbereiten
- Chargen fotografieren
- Bilder sichten
- Bildbearbeitung (Lightroom / Photoshop)
- Druckprofile bewerten
- Bilder unter den jeweiligen Druckprofilen veröffentlichen
- Website-Gallery pflegen
- Instagram-Beiträge vorbereiten
- Designer korrekt zuordnen und verlinken
Das ist auch der Grund, warum im Forum nicht jeder einzelne Druck sofort als „hier ist die nächste Charge“ auftaucht.
Was man hier im Forum sieht, ist fast nie ein einzelner Live-Drucklauf.
Die sichtbaren Updates sind in der Regel bereits gebündelte Sammelstände aus mehreren fertigen Chargen.
Intern laufen oft bereits drei bis sechs abgeschlossene Chargen, bevor davon überhaupt etwas öffentlich sichtbar wird.
Produktion, Nachbearbeitung, Dokumentation und Veröffentlichung laufen bewusst in getrennten Schritten — einfach, weil sich das im Alltag anders kaum sinnvoll organisieren lässt.
Das Forum zeigt also nicht den laufenden Takt in Echtzeit.
Es zeigt meist den bereits aufgearbeiteten Zwischenstand.
Und dazu kommt noch ein Punkt, den man von außen ebenfalls schnell übersieht:
Die 3D-Drucke sind nur ein Teil der Pieksekisten.
Die Kisten bestehen nicht nur aus den gedruckten Modellen.
Die Drucke sind ein Baustein davon — sichtbar und greifbar, aber nicht der gesamte Inhalt.
Ein weiterer Teil kommt ergänzend über die Wunschlisten dazu.
Wenn man sich auf der Website unter Donate die Wunschlisten ansieht, bekommt man meist erst ein richtiges Gefühl dafür, was neben den 3D-Drucken zusätzlich noch in den Kisten steckt.
Die Drucke sind also nicht „die Kiste“.
Sie sind ein Teil der Kiste.
Am Ende läuft hier deshalb nicht nur „ein paar Drucker und ein paar Figuren“, sondern ein recht vollständiger Kreislauf aus Auswahl, Produktionsplanung, Druck, Nachbearbeitung, Qualitätskontrolle, Dokumentation, Lagerung, Verteilung und späterer Bestückung der Pieksekisten.
Und nein — komplett allein würde das auf Dauer auch gar nicht funktionieren.
Der technische und produktionsnahe Teil läuft hauptsächlich bei mir: also MakerWorld, Modellprüfung, Druckplanung, Website, Fotografie, Bildaufbereitung und alles rund um die eigentliche Druckpipeline.
Silke übernimmt dafür den kompletten Social- und Kommunikationsbereich rund um das Projekt, also vor allem Instagram, Außenwirkung und den Teil, der später nach außen sichtbar wird.
Dadurch ist das Ganze bei uns recht sauber aufgeteilt und funktioniert überhaupt erst alltagstauglich.
Allein würde man so einen laufenden Ablauf auf Dauer weder sinnvoll noch konstant in der Form halten können.