Hier nochmal das ganze in Deutsch:
Makerworld goes to Makerverse
Bevor ich loslege, muss ich nur mal kurz was zu meiner Person loswerden, damit vielleicht die ein oder andere Sache nicht falsch verstanden wird.
Ich selbst kann nur Deutsch denken, das heißt, ich muss mich zwangsläufig von einer KI unterstützen lassen, um meine Texte ins Englische zu übersetzen. Ohne den könnte ich an der Community nicht teilhaben, weil ich der englischen Sprache nicht mächtig bin, jedoch auf der anderen Seite die Gewissheit habe, dass Deutsch eine sehr zielführende und treffsichere Sprache ist – auch wenn sie sich womöglich für andere Menschen mit einer anderen Muttersprache sehr hart anhören kann. Dies möchte ich vorab nur mit auf den Weg geben, wenn Sie versuchen, mit mir auf dem Weg einer Idee zu wandern.
Makerworld – kennen wir (oder zumindest die meisten von uns) hier, seitdem es mit Beta als Plattform gestartet ist. Die Beta ist vorbei – Makerworld steht und macht tendenziell einen guten Job. Ich selbst bin von manchen Dingen ehrlich gesagt nicht so begeistert, was ich auch schon in dem einen oder anderen Post von mir niedergeschrieben habe. Grundlegend bin ich mit der Entwicklung von Makerworld echt zufrieden, mein innerer Monk stört sich jedoch nach wie vor an dem statistischen Betrug, den Makerworld begeht bei der verwässerten Zählweise von Downloads. Aber das ist ein anderes Thema und darauf will ich jetzt auch gar nicht weiter eingehen, weil sich scheinbar damit eh schon alle arrangiert und abgefunden haben, dass das einfach mal so ist.
Ich möchte eher eine potentielle Idee veräußern und euch ein neues Konzept vorstellen und diskutieren, wie vielleicht aus Makerworld ein „Makerverse“ werden könnte. Darüber, wie „Makerverse“ sein Potenzial entfalten könnte, wie Makerworld zu „Makerverse“ wird und vor allem wie im „Makerverse“ quasi Makerworld, Bambulab, Designer, Distributoren und Endverbraucher in einer symbiotischen Win-win-Situation gemeinsam leben könnten. Der Witz ist, dass die Strukturen für den nächsten evolutionären Sprung einer „3D-Plattform für alle“ relativ betrachtet schon vollständig vorhanden sind.
Was meine ich damit?
Makerworld verbindet auf ihrer Plattform Menschen, die Modelle designen, mit Menschen, die diese Modelle (im besten Fall mit Bambulab-Drucker) herunterladen und (im allerbesten Fall mit Bambulab-Filament) drucken. Grundvoraussetzung für eine sinnvolle Teilhabe auf dieser Plattform ist jedoch zwingend ein 3D-Drucker. Ein Mensch, der keinen 3D-Drucker hat, wird nicht mal wissen, was Makerworld ist, und sich dafür auch absolut nicht interessieren. Prinzipiell leben wir halt auch nur in einer 3D-Druck-Blase. Hin und wieder sehen Menschen, die keinen 3D-Drucker haben, gewiss mal das eine oder andere Video auf TikTok, Insta oder YouTube oder sonstwo und denken sich vielleicht: „Mensch, das ist ja praktisch oder schön und das könnte ich ja auch gebrauchen.“ Jedoch würden sich diese Menschen gewiss nie einen 3D-Drucker dafür kaufen oder sich mit der Materie beschäftigen wollen. Aber dieses eine Ding, was sie da im Video gesehen haben, wollen sie schon, weil es ihnen gefällt oder sie es womöglich auch tatsächlich für irgendetwas Bestimmtes gebrauchen können.
Was wäre also, wenn irgendwann jeder Mensch auf der ganzen Welt, explizit auch solche, die selbst eben keinen 3D-Drucker haben, sich dennoch jederzeit bewusst wäre, wie sie an dieses Produkt jederzeit sofort rankommen könnten, weil sie genau wissen, auf welcher Plattform sie es bestellen könnten? Stellen wir uns eine Plattform vor, die jeder kennt, ähnlich wie Amazon, Aliexpress, eBay oder Etsy. Stellen wir uns eine Plattform vor, auf der ausschließlich Produkte zum Verkauf angeboten werden, die von Designern auf der ganzen Welt erstellt werden, nach wie vor kostenlos zum Download, oder eben als wirklich fertiges, physisches Produkt dazu alternativ auch gekauft werden kann. Stellen wir uns also eine Plattform vor, die jeder kennt. Wann immer jemand etwas 3D-gedrucktes braucht oder sucht, wäre Makerverse der erste Anlaufpunkt für diese Person – frei nach dem Motto: Was es da nicht an 3D-gedruckten Dingen gibt, gibt es einfach nicht.
Was hätte eine solche Plattform für Vorteile für wen?
Nehmen wir zum Beispiel mal Etzy. Soweit ich weiß (keine Ahnung, ob das stimmt), will Etsy nun auch, dass lediglich die Designer ihre eigene Ware auf ihrer Plattform anbieten, oder aber lediglich Menschen, die eine gültige Lizenz dafür haben. Wie auch immer diese das kontrollieren können oder es einfach nur so geschrieben steht und es dennoch nicht kontrolliert werden kann, sei mal dahingestellt. Doch warum überlassen wir anderen Plattformen dieses große Kuchenstück, wenn wir den Verkauf von 3D-gedruckten Dingen ebensogut einfach auch auf Makerworld/Makerverse verlagern könnten? Dies wäre jedenfalls die logische Konsequenz, um etwas Entscheidendes ins Bewusstsein zu rücken. Erstens wäre „Makerverse“ uneingeschränkt die Nummer eins in Sachen 3D-Modellen, denn sie bieten ihre (jene, welche die Designer freiwillig auf Makerworld kostenlos zur Verfügung stellen) Modelle nicht nur kostenlos zum Download an, sondern wären offiziell auch die einzige Plattform, die diese Modelle als physische Produkte offiziell legal vertreiben würde. Sodass jeder Endverbraucher sogar wüsste, dass ein Modell, das auf „Makerverse“ zu finden ist, dort offiziell legal als physisches Produkt zu erwerben wäre, und im gleichen Atemzug auch wüssten, wenn sie dies auf einer anderen Plattform (Amazon/Aliexpress/Ebay oder Etsy) finden würden, dass dies illegal wäre. Sämtliche Big-Player-Plattformen wüssten, dass sie sich strafbar machen würden, wenn sie erlauben würden, dass quasi Produkte dort illegal verkauft werden. Sie würde auf kurz oder lang niemandem mehr erlauben, überhaupt irgendwelche 3D-gedruckten Dinge auf ihrer Plattform zu verkaufen, und würde weitestgehend davon Abstand nehmen. „Makerverse“ hätte quasi ein Vertriebsmonopol auf alle 3D-gedruckten Dinge, die auf ihrer Plattform aufgeführt sind. Jedes Modell hätte die potenzielle Möglichkeit, weltweit hergestellt und offiziell regional vertrieben zu werden.
Wie müsste der Vertrieb geregelt werden?
Zu einem muss erst einmal bedacht werden, dass Makerworld natürlich vollständig in Makerverse integriert ist, das auf der einen Seite relativ betrachtet alles in etwa so bleibt, wie es derzeit ist. Auf der anderen Seite hat ein Endverbraucher jedoch nun auch die Möglichkeit, ein Modell als physisches Produkt über „Makerverse“ zu kaufen – quasi so wie bei Amazon, Ali, eBay oder Etsy auch. Dies bedeutet allerdings auch, dass der Designer dafür selbst verantwortlich ist, sein Produkt auf der Webseite gut zu bewerben. Das heißt, er ist für seine Produktfotos selbst verantwortlich, ebenso für seine Druckprofile und die daraus resultierende Qualität seiner Modelle, die als fertige physische Produkte von jedem Bambulab-Drucker auf der ganzen Welt gedruckt werden könnten. Denn stell dir vor, du wärst ein Designer in Australien und in Frankreich ist jemand, der ein physisch gedrucktes Produkt deines Designs erwerben will. Wie unpraktisch es ist, ein Teil von Australien nach Frankreich zu transportieren und vor allem wie lange und wie teuer dies wäre, sollte wohl allen einleuchten. Es wäre total unrentabel und niemand würde derartige Transportkosten übernehmen wollen für ein Produkt, das womöglich nur ein Bruchteil von den Versandkosten kosten würde.
Was brauchen wir also?
Wir benötigen so etwas in der Art wie lizenzierte Distributoren. Sprich, wir benötigen Menschen aus der Community, die selbst einen Bambulab-Drucker benutzen, um Druckaufträge auszuführen und in ihrem Land zu versenden. Die Druckaufträge und somit auch die Lizenz, um diesen Druck auszuführen und an den entsprechenden Käufer zu versenden, bekämen sie direkt über „Makerverse“. Um eine einheitliche Qualität zu gewährleisten, müssten sich die lizenzierten Distributoren verpflichten, sämtliche ihnen von „Makerverse“ zugesendeten Aufträge mit einem Bambulab-Drucker und ebenso mit Bambulab-Filament zu drucken. Was den Verkauf von Bambulab-Filamenten umso mehr steigern würde. Was somit wie ein Gütesiegel des Produktes wäre, ebenso wie das von dem Designer zur Verfügung gestellte Druckprofil, das dazu benutzt werden sollte. Somit würde der Käufer in Frankreich jedenfalls sehr schnell und mit einem kostengünstigen Versand sein von ihm bestelltes Produkt in kürzester Zeit in seinen eigenen Händen halten können. Das Gute wäre, das Produkt selbst wird auf dieser Plattform nur einmal angeboten, Distributoren können sich nicht gegenseitig mit Preisen unterbieten, weil sie selbst die Sachen nicht anbieten können. Schließlich wird ihnen nur ein Druckauftrag zugewiesen, weil sie regional die Person sind, die am nächsten am Wohnort des Käufers sitzt.
Wichtig zu verstehen ist vielleicht noch Folgendes: Makerverse wäre dementsprechend die Plattform, auf der die Modelle von den Designern angeboten würden, die Plattform, auf der der Endverbraucher das gewünschte Modell direkt bestellen kann, und auch die Plattform, über die die Zahlung für den Verkauf direkt abgewickelt wird. Der Endverbraucher schließt jedoch den Kaufvertrag, den er auf dieser Plattform abschließt, weder mit Makerverse noch mit dir als Designer ab, sondern der Kaufvertrag kommt eben zwischen dem Endverbraucher und dem Distributor zustande. Dieser sollte auch der Ansprechpartner für den Endverbraucher sein, falls der Endverbraucher womöglich spezielle Farbwünsche bei dem Modell seiner Wahl hätte, sodass der Druckauftrag individuell nach Kundenwunsch dahingehend ausgeführt werden könnte. Ebenso auch für beispielsweise Reklamationen, denn weder Makerverse noch der Designer des Modells kann etwas dafür, in welcher Qualität der Distributor etwas druckt, die Ware verpackt und versendet. Wir sehen also, der entscheidende Punkt an der ganzen Geschichte ist der Distributor,
der zwingend für ein Makerverse vonnöten ist.
Was ist also ein Distributor, wer übernimmt diesen Job?
Als allererstes sei erwähnt, dass diesen Job als Distributor jeder theoretisch machen könnte, der einen Bambulab-Drucker hat. Distributoren sind im Prinzip Menschen, die bislang die Lizenzen von Designern erworben haben, Modelle auf eigene Kosten zu vervielfältigen, um diese kommerziell zu vermarkten und zu verkaufen. Das größte Problem, das ich bei der aktuellen Lizenzierungsgeschichte sehe, ist, dass der Designer nicht wirklich erkennen kann, wie gut sein Modell als fertiges Produkt tatsächlich ankommt, da er nicht weiß, wie viele Stückzahlen tatsächlich verkauft werden. Des Weiteren kommt dazu, dass er womöglich eine Lizenz verkauft und dafür relativ betrachtet „ein Apfel und ein Ei“ bekommt, währenddessen der Mensch, der die Lizenz zur kommerziellen Vermarktung erworben hat, vom Designer sich womöglich einen goldenen Rubel verdient. (Goldener Rubel = ostdeutsche Redensart für jemanden, der das Geschäft seines Lebens macht, weil er mit wenig Einsatz ein Maximum an Profit generiert – ähnlich wenn Dagobert Duck die Dollarzeichen in seinen Augen hat.) Es ist bislang eben für einen Designer völlig intransparent und mit viel Pech ist er der „Angeschissene“, weil er sein Modell sehr günstig lizenziert, während der ein oder andere Lizenznehmer damit einen Reibach macht. Zumal kein Designer weiß, für welchen Preis seine Modelle im Zweifelsfall als physisches Produkt verkauft werden. Jeder Lizenznehmer hat aktuell die Möglichkeit der eigenen Preisgestaltung und manch einer nimmt dafür vielleicht sogar Wucherpreise und manch anderer bezahlt diesen Preis dann womöglich auch noch. Ich meine, würdest du dich nicht selbst verarscht vorkommen – wenn du merkst, dass du eine Lizenz für kommerzielle Nutzung auf all deine Modelle verkaufst, dafür dann, sagen wir mal, im Monat 5–10 Euro/Dollar erhältst, während der Lizenznehmer im Monat, sagen wir mal, 200 Stück deiner Modelle zu einem Durchschnittspreis von 60 Euro/Dollar verkauft? Das heißt, er macht abzüglich seiner Kosten einen Gewinn von knapp 10.000 Euro/Dollar im Monat, während du 5 oder 10 Euro/Dollar für deine Kreativität jeden Monat kassierst? Also, ich würde mich jedenfalls verarscht vorkommen. (Dies war jetzt eine sehr überspitzte Beispielrechnung, um uns die einfache Problematik lediglich vor Augen halten zu können.)
Wie könnte man nun solch einen Gedanken unter einen Hut bekommen, damit es vollständig funktioniert? Wie müsste dies also geregelt werden? Zum einen muss Makerworld natürlich ihre Plattform dazu zur Verfügung stellen und es integrieren, sodass ein Modell nur dann zum Kauf in einer Region angeboten werden kann, wenn es in dieser Region auch tatsächlich einen Distributor gibt, der einen entsprechenden Druckauftrag für dieses spezielle Modell ausführen kann. Das heißt, ein Modell sollte nicht in einer Region online sichtbar zum Kauf angeboten werden, für die es noch keine Distributoren gibt.
Ein Distributor sollte auf gar keinen Fall einfach so das ganze Makerworld-Portfolio an Modellen zum Druck anbieten können, da dies im Zweifelsfall für ihn technisch gar nicht machbar ist. Nein, ein Distributor sollte sich für bestimmte Modelle bewerben müssen, die er auch bei hoher Nachfrage problemlos innerhalb von kürzester Zeit abarbeiten kann. Was natürlich auch bedeuten würde, dass dieser immer genügend Kapazitäten frei hat und ebenso auch einen gewissen Vorrat an Materialien, sei es verschiedene Filamente in Art und Farbe oder eben auch entsprechendes Zubehör, vorrätig haben muss, wenn beispielsweise für bestimmte Modelle, die er vertreiben will, unter anderem Kugellager, Schrauben oder irgendein Kit benötigt wird. Ein Distributor sollte für seine Modelle, die er vertreiben will, eben immer alles in ausreichender Stückzahl vorrätig haben, um einen schnellen Druck und Versand gewährleisten zu können. Schon deswegen sollte sich ein Distributor für ausgewählte Modelle entscheiden müssen, damit er eben dies gewährleisten kann, was einfach mal technisch für ihn gar nicht umsetzbar wäre, wenn er das gesamte Makerworld-Portfolio an Modellen alleine abdecken will.
Die Auswahl gezielter Modelle hätte einen weiteren entscheidenden Vorteil. Wir kennen ja alle die Problematik mit dem ein oder anderen Modell, bei dem wir ein Bild vor die Nase gesetzt bekommen, das mit dem wirklich gedruckten Modell nicht mehr allzu viel zu tun hat. Kein Distributor würde jemals ein solches Modell freiwillig vertreiben wollen. Aus dem einfachen Grund heraus, weil es so nicht druckbar ist, wie es der Designer womöglich bewusst falsch darstellt. Denn ein Kunde, der dafür Geld bezahlt, sollte auch erwarten dürfen, dass er das bekommt, was er gekauft hat. Wenn dem nicht so ist, würde es regelmäßig in einem Streit enden zwischen dem Distributor und dem Kunden, und weil dies keiner will, wird ein Distributor sich seine Modelle schon deswegen von Hand verlesen und aussuchen, weil er eben auch nur solche drucken und versenden will, hinter denen er selbst steht, die sich gut drucken lassen und natürlich auch zum Teil beliebt sind oder werden könnten, damit er auch seine zur Verfügung gestellten Kapazitäten auch vollständig nutzen kann. Zusammenfassend kann gesagt werden: Makerworld stellt technisches Know-how, der Distributor stellt Kapazitäten und der Designer sein Modell zur Verfügung.
Wie sollte nun die Preisgestaltung eines Modells sein, und wie wird der Kuchen aufgeteilt?
Prinzipiell sollte der Designer den Preis für sein Modell festlegen. Der Preis sollte den Wert des eigenen Modells realistisch widerspiegeln. Bei der Preisfindung sollte jedoch einiges bedacht werden. Zu einem, dass der Designer nur einen Teil des Gesamtpreises erhalten wird, denn es ist davon auszugehen, dass Makerworld/Makerverse gewiss für die Bereitstellung ihrer Plattform einen gewissen prozentualen Anteil am Verkauf haben will. Ich denke, das macht jede andere Plattform wie Amazon, Aliexpress, eBay oder Etsy ja auch, und ich taxiere es jetzt mal in der „Beispielrechnung“ mit 10 %. Den größten Aufwand und die meisten Kosten hat natürlich der Distributor und niemand wird gerne freiwillig Distributor deines Modells sein, wenn er davon nicht profitiert, er draufzahlt oder gar auf seinen Kosten sitzenbleibt. Das heißt, der Distributor hat die Kosten des Materials, die Kosten für Strom, die prozentualen Kosten für die Abnutzung des Druckers und den zeitlichen Aufwand für die Umwandlung des Modells in ein physisches Produkt sowie exklusiv die Versandkosten zu tragen. Machen wir also mal kurz eine Beispielrechnung auf. Nehmen wir ein Modell, das laut Druckprofil des Designers genau 250 Gramm PLA wiegt. Um es erst einmal zu vereinfachen: Der Druck ist nur ein Bauteil, einfarbig und hat eine Druckzeit von 6 Stunden. Da bei einem Distributor davon auszugehen ist, dass er nicht nur eine einzelne Rolle Filament, sondern diese gewiss immer vergünstigt im 10er-Pack kaufen wird, betragen die realistischen Materialkosten bei Bambulab ca. 3 € oder sagen wir mal 4 €. Stromkosten für 6 Stunden à 250 Watt die Stunde sind 1,5 kWh und beziffern diese mal mit einem weiteren Euro. Sprich, wir sind bisher bei insgesamt 5,– Euro. Dazu kommen nun noch 5 % Aufschlag für die prozentuale Abnutzung des Druckers, also 0,25 Euro. Dann hätten wir also 5,25 Euro Fixkosten, die der Distributor definitiv bezahlen muss, um das Modell in ein fertiges Produkt zu verwandeln. Nun ist die Frage: Was willst du als Designer pro verkauftes Modell haben? Bedenke, dass es nur allzu fair ist, wenn das, was du haben willst, im besten Fall dem Distributor auch als Marge zum gleichen Anteil zugestanden werden sollte. Das heißt, willst du beispielsweise 5 Euro haben, sollte der Distributor ebenfalls 5 Euro bekommen. Willst du nur 3, dann bekäme der Distributor auch nur 3 Euro. Das heißt, in der Beispielrechnung wären das bei 5 Euro: 5,25 Euro Fixkosten + 5 Euro dein Anteil + 5 Euro Anteil für den Distributor sowie zzgl. 10 % für Makerworld/verse als Plattformbetreiber. Dann hätten wir also 15,25 × 1,1 = 16,78 Euro – also rund 16,99 bzw. 17,– Euro zzgl. Versandkosten, die der Kunde für dein Modell bezahlen müsste, damit er dies als fertiges Produkt zugeschickt bekommt. Wenn du nur 3 Euro haben willst, würde der Kunde nur 12,38 Euro – also rund 12,50 Euro – zzgl. Versandkosten bezahlen müssen. Bei 5 Euro würde die Marge für dich und den Distributor jeweils knapp 30 % betragen – würdest du nur 3 Euro haben wollen, läge diese bei knapp 25 %. Diese Entscheidung sollte jedoch beim Designer liegen, allerdings sollte im besten Fall eine transparente Rechnung für den Distributor gemacht werden, damit er sich dann entweder für oder gegen dein Modell entscheiden kann. Denn letzten Endes wird ohne Distributoren keine Ware verkauft und wenn es für diese nicht lukrativ ist, dann haben sie kein Interesse daran. Wenn ein Distributor anhand deiner transparenten Rechnung feststellt, dass du am liebsten eine Marge von 40 % haben willst, dem Distributor jedoch nur 10 % einräumst, wage ich zu bezweifeln, dass es überhaupt irgendwo einen Distributor geben wird, der dein Modell drucken will – daher denke ich, eine faire Margenaufteilung zwischen Designer und Distributor ist wichtig, wenn das Ganze funktionieren soll. Wie schon geschrieben – bedenkt bitte, dass dies nur eine Beispielrechnung ist.
Die Auszahlung
Nachdem nun ein Kunde ein Produkt erworben hat, also bezahlt und geliefert bekommen hat, erfolgt daraufhin die Auszahlung von Makerworld/verse an den Distributor und Designer. Es sollte sowohl dem einen als auch dem anderen freigestellt sein, das Geld in Form einer Gutschrift, ähnlich wie Geschenkgutscheine, zu erhalten, sodass dieses Geld gleich wieder in neues Material oder Drucker direkt im Bambulab-Store umgerubelt werden kann, oder es als eine Barauszahlung
auf das eigene Verrechnungskonto erfolgen soll.
Resümee
Ich würde mich hier über eine rege, produktive Diskussion freuen und würde mir wünschen, Makerworld würde hierzu auch ein Statement abgeben, ob dies womöglich eine Idee wäre, die in Zukunft womöglich auf die eine oder andere derartige Art und Weise umgesetzt werden könnte.
So, ich hoffe, der Text war nicht allzu lang, aber ein solch komplexes Thema muss leider auch etwas weitläufiger ausgeführt werden, um dies als eine Art von grobem Gesamtpaket vorzustellen.